500 Jahre Zahnbürste

Vermutlich der erste Mensch, der bewußt die Reinigung der Zähne empfahl, war der Prophet Mohammed (570 - 632 n. Chr.). Zumindest geht auf ihn der hygienische Grundsatz zurück: ,,Ihr sollt euren Mund reinigen, denn dies ist der Weg für die Lobpreisung Gottes." Der Überlieferung zufolge schnitzte sich Mohammed zur Zahnreinigung Holzstäbchen aus Wurzeln, deren Ende er durch Kauen oder Plattklopfen ausfaserte. Bis heute werden diese aus der Wurzel des Arak-Baums hergestellten Hölzer im arabischen Sprachraum verwendet. 1498 wurde zum ersten Mal in China ein pinselförmiges Gerät erwähnt, das der Zahnreinigung diente. Im Jahre 1609 wurde es, einer chinesischen Enzyklopädie zufolge, durch einen plattenförmigen Borstenträger unserer heutigen Zahnbürste ähnlich, ersetzt. Während die Natur- Völker in Afrika und Asien bereits routinemäßig Zahnpflege betrieben, blieb im Abendland die Zahnbürste lange Zeit ein dem Adel und reichen Handelsfamilien vorbehaltener Luxusartikel. Erst 1749 wurde Sie im Universallexikon der Wissenschaften und Künste (Halle/Leipzig) zum ersten Mal schriftlich erwähnt. Allerdings wird das ,,Gerät' nur zur Schleimentfernung aus dem Mund empfohlen. Zur allmorgendlichen Zahnreinigung diente dagegen ein Leinenläppchen. Erst gegen Ende des 18. Jahrhunderts begann sich die Zahnbürste auch im Abendland zu verbreiten. So ist z.B. von dem Dichter Friedrich Schiller überliefert, daß er 1773 bei seinem Eintritt in die ,,Herzlich hohe Carls-Schule" eine Zahnbürste mitzubringen hatte.

Seit Ruder Ruppensberger 1798 in München um das kleine Bürgerrecht zur Ausübung der ,,Zahnbürstlmachung von Bein und eingezochenem Bock- und feinem Roßhaar" nachsuchte, waren die Borsten herkömmlicher Zahnbürsten rein tierischen Ursprungs. Vornehmlich handelte es sich dabei um Schweineborsten. Sie stammten aus Ländern wie Rußland, Polen, Rumänien, China und Indien. Deutsche Schweineborsten waren selten, doch wegen ihrer hohen Qualität sehr begehrt. Da für Zahnbürsten nur weiße Borsten Verwendung fanden, mussten anders- farbige in Fabriken desinfiziert, gekocht, gewaschen und gebleicht werden. Anschließend wurden sie der Länge nach sortiert, beschnitten um dann mit Leim oder Pech an einen Stiel geklebt zu werden. Heute sind Zahnbürsten aus Tierborsten fast völlig aus dem Handel verschwunden, da Sie die nunmehr geltenden hohen hygienischen Anforderungen nicht mehr erfüIIen.